Die Geschichte
der ROKAL-TT Modelleisenbahn

von Manfred Albersmann


Die Situation ab 1962


Am 21.5.1962 vollendete Robert Kahrmann, der persönlich haftende Gesellschafter der Firma Robert Kahrmann K.G. und Geschäftsführer der ROKAL GmbH sein 75. Lebensjahr. Dank seiner zielbewussten Leitung hat sich das Unternehmen zwischenzeitlich zu einem bedeutenden Zulieferwerk für die Automobilindustrie entwickelt. Auf dem 30 Morgen großen Werksgelände wurden Fabrikationsanlagen mit 34.000 qm Arbeitsfläche erstellt, in denen Mitte 1962 über 1.700 Beschäftigte tätig waren. Der Jubilar hat mit viel Umsicht die Gießerei als Kernzelle des Unternehmens stufenweise vom Messing-Kokillenguss zur modernen Druckgießerei aufgebaut, in der für die verschiedenen Industriezweige Werkstücke aus Zink, Aluminium und Magnesium hergestellt wurden. In rastloser Tätigkeit erweiterte er das Produktionsprogramm seines Werkes von einfachen Zubehörteilen für die Kraftfahrzeug-Industrie bis zu einbaufertigen Aggregaten.

[Image]
Robert Kahrmann an seinem Schreibtisch

Neuland beschritt er mit der Verformung von Aluminiumblechen und der chemischen Glänzung und Härtung ihrer Oberfläche. Das Armaturenprogramm passte er weitblickend durch sanitäre Spezialarmaturen dem gehobenen Bedarf an: z.B. der Eingriff-Mischbatterie "Mischka", der thermostatischen Mischbatterie "Eurotherm", Fußventile, Kipp-Spiegelgarnituren und nicht zuletzt der Luftsprudler "Perlator". Mit viel Liebe und Geduld widmete er sich dem jüngsten seiner Produktionszweige, der elektrischen Modelleisenbahn. Seinem Streben nach Unabhängigkeit entspricht der umfangreiche eigene Werkzeug- und Formenbau, der mit seiner maschinellen Ausrüstung den präzisesten Anforderungen gerecht wurde. Den Sinn für die Aufgeschlossenheit gegenüber allen technischen Fortschritten beweisen die modernsten Organisationsmittel und die eigene Lochkartenanlage.

[Image]
Private Heimanlage aus dem Jahre 1962

Für den TT-Modellbahner stand Ende 1962 ein sehr großes Angebot der Firma ROKAL zur Verfügung. Die Nachfrage stieg so an, dass Rokal häufig mit der Auslieferung kaum nachkam. Dazu war ja auch der Exportmarkt noch zu bedienen. Kaufhäuser, wie NECKERMANN, führten die ROKAL-TT-Bahn in ihren Spielwarenabteilungen. Viele Modellbahner entschieden sich für die TT-Spurweite. Der Fachhandel sah das zwangsläufig nicht gern. Ob man Einbußen bei den Handelsspannen befürchtete, ist nur eine Vermutung. Es war Anfang der 60er Jahre nicht gerade üblich, Waren in Kaufhäusern von Firmen anzutreffen, die einen guten Ruf hatten und die so genannten Markenartikel produzierten. Viele dieser Firmen legten größten Wert darauf, dass ihre Produkte nur im speziellen Einzelhandel käuflich waren.

Was ärgerte nun den Fachhandel? War es wirklich die Handelsspanne? Einige Händler - so ist es in einigen Publikationen (z.B. Handbuch für Modellbahnsammler ROKAL-TT 1984) nachzulesen - meinten, dass die Handelsspanne im Gegensatz zu anderen Spielzeugeisenbahnen zu niedrig sei. Die Kunden spürten einen deutlichen Missmut bei den Händlern, wenn nach Rokal gefragt wurde. Dieser Unmut breitete sich mit der Zeit mehr und mehr aus. Einige Händler schoben die Schuld Rokal zu. Mit der Vertriebs- und Preispolitik war man seitens des Fachhandels nicht mehr einverstanden. Hier stellt sich die Frage, ob nicht die Branche entsprechend - z.B. mit der Gewährung großzügiger Handelsspannen oder Rabatten - reagiert hat, um so die Händler "auf Schiene" zu bringen. Wenn dies tatsächlich der Fall war, trägt Rokal sicher ein Mitverschulden am Rückgang der TT-Spur, weil nicht auf die sich abzeichnende Trendwende geschäftspolitisch notwendige Konsequenzen dagegen gesetzt worden sind. Statt mit gleichen Mitteln zu reagieren, hat Rokal den wahrlich ungewöhnlichen Weg beschritten, über branchenfremde Händler (z. B. Installateurgeschäfte) die Modellbahn an den Käufer zu bringen. Dies ist eine Variation der gängigen Spekulationen.

[Image]
8-achsige schwere Dampflok - amerikanische Mallet-Lok (von ROKAL-Konstrukteur Heinz Holterbosch gezeichnet - leider nie von ROKAL gebaut (nach Originalplänen von AKTT-Freund Christian Dühr im Jahre 2002 gebaut) - Foto: W. Knipping

Die XIV. Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg 1963 konnte 15.000 Einkäufer, darunter 4.000 ausländische Interessenten begrüßen. Über 1.000 Aussteller auf 35.000 qm stellten ihre Produkte vor.

Erstmals waren auf der Messe Autorennbahnen zu sehen, die in kürzester Zeit einen wahren Boom erlebten. An die 20 verschiedene Modelle gab es auf der Messe zu sehen, die letztlich aus den USA nach Europa und letztlich auch nach Deutschland "überschwappten". Noch trugen sich die Firmen wie z.B. FALLER mit dem Gedanken, sie größenmäßig in eine Modelleisenbahn zu integrieren. Schon bald mussten aber auch die großen H0-Hersteller wie MÄRKLIN, TRIX und FLEISCHMANN Umsatzeinbussen erleiden. Auch vor ROKAL konnte diese Entwicklung auf Dauer nicht Haltmachen. Vielleicht deutete es sich in diesem Jahr schon an, dass die bis heute großartige Entwicklung der ROKAL-Bahn an einem Wendepunkt angekommen war?!?!

[Image]

Wie bei fast allen großen Firmen, war auch ROKAL in diesem Jahr recht "sparsam" mit Neuerscheinungen und legte viel mehr Wert darauf, die gezeigten Stücke auch schnellsten liefern zu können. Der Schienenbus (VT 95) - nachstehend ein originaler VT 95 934 am 15. Mai 1953 im Bahnhof Lobberich (Strecke Kaldenkirchen - Kempen Nrh.) bekam 1963 "sein Zahnradgetriebe".

[Image]
Ein Bild vom Bahnhof Lobberich aus dem Jahre 1953: Man fuhr noch mit der Bahn

Darüber hinaus kamen lediglich drei neue Güterwagentypen heraus und waren ab März lieferbar:

Der vierachsige Großraumgüterwagen OOtz-50 (Erz III d), der dreiachsige Autotransportwagen (offs55,) mit 8 Autos beladen und der sechsachsige Tieflader (SSt53). Darüber hinaus kamen ein neues Elektrohandbuch und ein Gleisplanbuch heraus. Eine weitere Neuheit war der "plastische Fahrdienstleiter" - das "ROKAL-Männchen", erstmals in der "prima I-Packung" (Nr. 01103) enthalten, eine Güterzugpackung mit einer Tenderlok BR 89, 1 offenen Güterwagen, einem geschlossenen Güterwagen (gelb) und einem Kesselwagen (rot) nebst Schienen, Transformator und Fahrpult ausgestattet.

[Image]
Großraumgüterwagen Ootz-50 (00314)

[Image]
Autotransportwagen offs55 (00320)

[Image]
Tieflader SSt53 (00320)

[Image]
Heimanlage von G. Scharschmidt aus Detmold aus dem Jahre 1963

Die XV. Internationale Spielwarenmesse von Nürnberg stand vor der Tür. Erstmals war auch die Ostdeutsche Firma Zeuke & Wegwerth mit ihrem TT-Angebot auf der Messe vertreten. Die N-Spur machte immer mehr von sich reden. Die Fa. Arnold mit ihrer 9-mm-Bahn hat hier Pionierarbeit geleistet. Vor diesem Hintergrund präsentierte sich ROKAL in diesem Jahr beispiellos:

Wohl mit das schönste Lokmodell im ganzen ROKAL-Bahnsortiment ist das Modell der BR 85. Die wunderschöne 1'E'1-Tenderlok stellte 1964 den Höhepunkt dar. Mit 355 g Masse kam die BR 85 der BR 03.10 (390 g) recht nahe. Das Gewicht zeigt, dass es an der BR 85 nur sehr wenige Kunststoffteile gab. Dieses Modell, zu dem sich ROKAL aufgrund einer Meinungsumfrage von 1961 entschlossen hatte wirkte auch im TT-Maßstab noch wuchtig. Das Modell war sehr sauber ausgeführt. Die Räder der mittleren Treibachse wiesen entsprechend dem Vorbild einen Spurkranz auf, der aus Gründen der besseren Kurvenläufigkeit etwas verkleinert war. Bei den Loklaternen war der automatische Lichtwechsel entsprechend der Fahrtrichtung nur halb durchgeführt: Bei Rückwärtsfahrt brannten die Laternen an beiden Enden, bei Vorwärtsfahrt waren die hinteren Laternen dunkel.

[Image]
Das "Paradepferd" von 1964, die BR 85 (01028)

Sehr gut gelungen war auch das Modell der diesel-hydraulischen Rangierlok der BR V 60 (Nr. 01020). Sie war zwar etwas länger geraten, als dies dem TT-Maßstab entspräche, aber der Gesamteindruck war sehr gut, wenn auch die Lok nicht mit Wechsellicht ausgestattet war; schließlich war dieses Modell wohl in der Hauptsache als Rangierlok gedacht.

[Image]
Die BR 85 vor einem Güterzug mit den neuesten Messemodellen im Jahre 1964

[Image]
Diesel-Rangierlok V 60 (01020)

Der Großraum-Güterwagen Ootz 50 bekam im Jahr 1964 einen "kleineren" Kollegen: den vierachsigen Talbot-Schottertransportwagen (Nr. 00317), der als DB-Bahndienstwagen kein Gattungszeichen aufwies, aber "trotzdem" als Zugeinheit, beladen mit Schotter, ein sehr schönes Bild abgab. Das Modell war gut detailliert, sogar bis zur Nachbildung des Pressluft-Aggregats. Der sechsachsige Tieflader 00321) aus dem Jahr 1963 war nun mit einem fein-plastischen und bis in alle Einzelheiten detaillierten Nachbildung eines AEG-Hochspannungs-Transformators als Ladegut lieferbar.

[Image]
Schotterwagen (00317)

[Image]
Tieflader mit AEG-Transformator (00321)

Das Entkupplungsgleis - ebenfalls eine Neuerscheinung des Jahres 1964 - war ein guter Einfall der Rokaler: Das Gleis wurde überhaupt nicht betätigt, sondern war lediglich durch seine Form einseitig wirksam. Wurde es beispielsweise vor einem Ablaufberg oder vor einer Gleisharfe aufgesellt, so brauchte der Zug lediglich in Richtung des Signals gedrückt zu werden. Jeder Wagen wurde abgekuppelt und rollte seiner Wege. Wurden die Wagen jedoch abgeholt, konnte diese Stelle passiert werden, ohne dass auch nur ein Wagen abgehängt wurde.

Neu vorgestellt wurde noch die Zugschlussbeleuchtungs-Einrichtung, die in alle Wagenmodelle mit Gummiwulsten passte. Sie bestand aus feinen Plexiglas-Stäben, die in bekannter Weise von einem Birnchen beleuchet wurden und in rote Punkte ausmündeten. Das war sicherlich nichts Außergewöhnliches, aber doch sehr fein und zierlich in der Ausführung.

Der ROKAL-Messeschlager im Jahre 1965 war, wenn man Fachleuten Glauben schenken kann, der preußische Old-Timer-Zug bestehend aus einer T 3, dem Packwagen Pwi Pr 99 und zwei Personenwagen Ci Pr 05a. Als Vorbild wählten die Rokaler die BR 89 7314 aus. Per Anschrift des Modells gehörte diese T 3 zum Bw Hanau in der ED Mainz; ED bedeutet "Eisenbahn-Direktion": So hießen Ende der vierziger Jahre noch die späteren Bundesbahn-Direktionen (BD). Die letzte Bremsuntersuchung soll laut erhabener Anschrift an der Führerhaus-Unterkante am 16. April 1964 erfolgt sein. Die letzte Bundesbahn-Direktion der Vorbild-BR 89 7314 war Kassel, das letzte Bahnbetriebswerk (Bw) Fulda, und die DB stellte die Lok schon am 17. April 1959 von der Ausbesserung zurück. 1964 gab es zwar noch die BD Mainz, aber Hanau gehörte zur BD Frankfurt. Immerhin gibt es ein Foto, das die BR 89 7314 beim Rangierdienst im Mainzer Hafen zeigt. Fazit: Man darf die Anschriften bei Modellen aus den fünfziger und sechziger Jahren nicht zu genau hinterfragen, aber dies gilt nicht nur für ROKAL. Die Rokal-T 3 ist auch heute noch attraktiv. Von ihren Abmessungen her kann man sie allerdings für ein H0-, zumindest für ein H0m-Modell halten. Rokal ließ sich bei seiner T 3 einiges einfallen: seien es das gesondert eingesetzte Läutewerk, das gut nachgebildete, hohe Ramsbottom-Sicherheitsventil mit den beiden Spannfedern, die extra eingesetzten Handstangen beiderseits der Führerstandstüren oder die Allan-Steuerung (im ROKAL-Neuheiten-Prospekt fälschlich als Stevenson-Steuerung bezeichnet), die zwar nicht vollständig und auch nicht voll beweglich nachgebildet werden konnte, aber immerhin einen sehr guten Gesamteindruck vom Aussehen dieser interessanten Konstruktion vermittelt. Raffiniert war die Beleuchtung der Loklaternen vorn und hinten durch eineinziges Birnchen gelöst. Das Licht der im vorderen Kesselteil sitzenden Lampe wurde durch ein Prisma in lange glasklare Plastikstäbe geleitet, die es ihrerseits im Innern der Lok (sogar durch mehrere Bögen um Ecken und Kanten herum) nach hinten "transportieren". Trotz dieser "langen Leitung" kommt in den hinteren Laternen noch soviel Licht an, dass diese geschickte Lösung bei den Modellbauern sehr gut ankam.

[Image]
T 3 der preußischen Staatsbahn (01017)

Die beiden erwähnten Wagen stellten in ihrer Gesamtkonzeption ein würdiges Angebinde zur T 3 dar. Sie waren zwar nicht beleuchtet, aber die Beschriftung und Detaillierung waren sehr sauber ausgeführt. Sowohl beim Gepäck- als auch beim Ci-Wagen hatte ROKAL eine echte Old-Timer-Beschriftung gewählt, nämlich die der ehem. Reichsbahn von vor 1933 mit der runden "Pleitegeier"-Medaille. Die Fenster waren verglast, die verschnörkelten Dachstützen waren leider nicht durchbrochen.

[Image]
Oldtimer-Zug

Nicht nur für die Schweizer TT-Freunde kam ebenfalls 1965 das Modell der Ae 6/6 der SBB heraus. Auch dieses Modell verfügt über eine gute Durchbildung der Einzelheiten. Drei von sechs Achsen sind angetrieben und zwei mit Plastikbandagen zur Erhöhung der Zugkraft versehen. Das Gehäuse der Ae 6/6 besteht aus schlagfestem Polystyrol und für die Drehgestelle wurde Zinkdruckguss verwendet; dadurch erzielte man eine tiefe Schwerpunktlage.

[Image]
Mehrzwecklokomotive Ae 6/6 der SBB (01051)

[Image]
Gotthard - Express

Im Gleismaterialbereich gab es wiederum eine Verbesserung: Neue Stromstoßweichen (mit kürzerem Antrieb) gab es nun, bei denen die bisher am Anschlusskasten befindlichen Umschaltlaschen für die Fahrstraßenschaltung durch verstellbare Kontaktschrauben zwischen den Flügelschienen ersetzt wurden.

[Image]
Ausschnitt aus der ROKAL-Messeanlage im Jahr 1965

Auf der 1. Weltausstellung des Verkehrs vom 25. 6. - 3. 10.1965 in München war ROKAL mit einer sehr schönen Anlage vertreten:

[Image]
ROKAL-Ausstellungs-Anlage auf der IVA 1965 in München

Auf der Anlage wurde ein vollautomatischer 12-Zug-Betrieb (!!) vorgeführt. Hauptthema war ein 9-gleisiger Durchgangsbahnhof. Außerdem steuerte ein Schrittschaltwerk den Betriebsablauf einer Rangieranlage. Auf einer Fläche von 6 x 1,50 m waren insgesamt 81 m Gleise verlegt einschließlich der 35 Weichen und Kreuzungen.

[Image]
Die gleiche Anlage auf der IVA 1966 in München aus einer anderen Perspektive

Das Jahr 1966 machte es deutlich: Die Spur N war auf dem Vormarsch und hatte den Marktanteil von ROKAL (2,1 %) deutlich überschritten (5,2 %). Der Wind blies den Rokalern ins Gesicht. Hinzu kam der immer stärker werdende Drang der Jugend zu Autorennbahnen. Das "Rennbahnfiber" grassierte - so war es in verschiedenen Dokumentationen zu lesen. Auch die leidige Diskussion über die Länge der D-Zugwagen ging an ROKAL nicht vorbei. In einer Umfrage, die das Modellbahn-Fachorgan MIBA stellte und an der sich ca. 5.200 Modellbahner beteiligten, war der Wunsch nach möglichst "maßstäblichen" Personenwagen mit 49,2 % sehr hoch. Immerhin noch einmal 38 % stimmte für "etwas verkürzte" (10 %) Wagen. Dem konnte sich ROKAL nicht entziehen und änderte das D-Zug-Wagen-Programm.

Bereits auf der diesjährigen Messe brachte ROKAL drei neue D-Zugwagen-Modelle heraus, bei denen nicht nur die gegenüber den bisherigen wesentlich verbesserte und verfeinerte Detailgestaltung hervorzuheben war, sondern auch die Tatsache, daß diese Wagen immerhin um 1 ½ cm länger sind als ihre Vorgänger. Damit hatte also auch bei ROKAL der Trend nach weniger verkürzten Wagen eingesetzt, obgleich man angesichts der für TT-Bahnen propagierten Platzersparnis ruhig noch hätte etwas weiter gehen können in Richtung auf eine maßstäbliche Länge. Hier gegen spricht zwangsläufig der zu enge Radius des Gleissystems. Als neue Standard-Länge für 26,4-Meter Wagen der DB wählte ROKAL 1966 das Maß von 176 mm - maßstäblich wären 220 mm.

[Image]
D-Zugwagen A4üm (01255

[Image]
Reisezug-Gepäckwagen D 4üm (01256)

[Image]
D-Zug-Schlafwagen A4üm (01257)

Die nunmehr z. T. gestempelte Beschriftung ist nicht nur reichhaltiger, sondern feiner und kleiner geworden. Gut detailliert sind auch die seitlichen Schürzen sowie die Stirnseiten; außerdem haben die Wagen nunmehr endlich richtige Puffer. Bei den Drehgestellen ist man im Hinblick auf die zusätzlichen Ballastplatten von der Metallausführung abgegangen (zugunsten einer besseren Detaillierung in Kunststoff).

Für diese neuen Wagen, der vierachsige Schnellzugwagen 1. Klasse, der vierachsige Reisezug-Gepäckwagen und der vierachsige D-Zug-Schlafwagen) der Deutschen Schlafwagen Gesellschaft (DSG) wurde ein gesonderter Beleuchtungssatz geliefert, der anstelle der Ballastplatte in den Wagen eingesetzt werden konnten. Die Stromabnahme von den Achsen erfolgt durch feine, etwa 2 mm breite Federchen. Außerdem gab es auch noch einen Schlusslichteinsatz, bei dem die Wagenbeleuchtungs-Lämpchen gleich mit als Schlusslichtquelle herangezogen werden. Die Wagenunterseiten wiesen erstmals gewisse Nachbildungen der Vorbild-Details auf. Ingesamt gesehen stellten die Wagen jedoch zweifellos einen Fortschritt dar.

[Image]
Die beiden Lämpchen für die Innenbeleuchtung der D-Zug-Wagen sind auf einer (zwecks besseren  Lichtreflexion) weiß lackierten Ballastplatte montiert, die ggfs. Gegen die normale schwarze (vorn  im Bild auszuwechseln ist und gleichzeitig die elektrische Verbindung zwischen den beiden Lämp chen herstellt. Die Stromabnahme erfolgt über Kontaktfederchen, die auf den Drehzapfen-Schrauben aufliegen.

Der dreiachsige Kranwagen war die gut gelungene Nachbildung eines DB-Dieselkrans für 6 t Tragkraft, der von der Firma Krupp-Ardelt gebaut wurde. Das Modell war voll beweglich, d. h. der Kran kann seitlich gedreht und der Ausleger sowie der Kettenzug gehoben bzw. gesenkt werden. Zur Betätigung der Hub- und Senkmechanik wurde eine kleine Kurbel beigegeben. Das Fahrzeug war verhältnismäßig schwer, so dass auch im Modell tatsächlich gewisse Lasten ohne Kippgefahr angehoben werden konnten. Die bei den Überstellfahrten erforderliche Auslegerstütze zum Einsetzen in einen Niederbordwagen wurde ebenfalls mitgeliefert.

[Image]
DB Diesel-Kranwagen mit Niederbordwagen und Aufleger

[Image]
00307

[Image]

[Image]
Ausschnitt aus der ROKAL-Messeanlage von 1966

Die ebenfalls neue elektrische Bahnschranke bestehend aus 2 Schrankenteilen mit Warnkreuzen, Geländer und Anschlusskabel konnte mit dem Schalter-Element 01682 betätigt oder mit den Kontaktschienen 02112 vollautomatisch betrieben werden. Vollautomatisch betrieben schlossen die Schranken selbsttätig, wenn ein Zug die Kontaktschienen berührte. Nachdem der Zug die Kontaktschienen verlassen hatte, hoben sich die Schranken wieder automatisch. Bei vollautomatischem Betrieb musste darauf geachtet werden, dass die Schranke und der Fahrregler für die Lok an getrennte Stromquellen angeschlossen war.

[Image]

Kritik von den Fachleuten kam hinsichtlich der an sich netten und brauchbaren Bahnschranke dahingehend, als dass das Aussehen durch die beiden "voluminösen" Antriebskästen sehr stark beeinträchtigt wird, sollte es "Bastlern" nicht gelingen, diese "glaubwürdig" zu tarnen.

[Image]
ROKAL-Schauanlage in einem Spielwarengeschäft in Lobberich 1966


zurück:  Die Mitarbeiter der Eisenbahnabteilung 1962

weiter:  Die ROKAL-Modellbahn und der Zweizugbetrieb

Inhalt  und Bezugsquellen "Geschichte der ROKAL-Modelleisenbahn"

Übersicht Rokal TT


Hinweis: Der Autor, Manfred Albersmann hat erlaubt, dass sein Buch auf dieser Seite veröffentlicht wird.
Das bedeutet aber keine generelle Erlaubnis, die Inhalte zu verwenden, zu kopieren oder weiter zu verarbeiten:
Die Rechte an dem hier angebotenen Buch liegt weiterhin bei ihrem Urheber.
Wenn Sie hierhin verlinken wollen, verlinken Sie bitte in einem neuem Fenster zu http://rokal-tt.lobberich.de


Gästebuch
www.lobberich.de


www.lobberich.de

Kontakt

virtuelle Postkarten
(www.lobberich.de)


Impressum - Datenschutzerklärung